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Gemeinschaftsübung Feuerwehr Achental

17. Sep. 2014 23:31

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Unterwössen. Ein Alarm schreckte die Wehrleute der Feuerwehren Schleching, Reit im Winkel, Unterwössen und Oberwössen am Dienstagabend, 16. September, auf. Ein Zimmerbrand im Obergeschoss des Oberwössner Gasthofes zur Post war die Grundannahme für die groß angelegte Übung im oberen Achental. 16 Personen galten in dem verrauchten und weitläufigen Gebäude als vermisst.

Die Übung

81 Wehrleute rückten aus. Einsatzleiter war der Oberwössner Feuerwehrkommandant Walter Bauer. Die Nachsuche durch die Atemschutzträger im stark verrauchten in Nebentrakte verwinkeltem Gebäude und die anschließende Personenrettung waren zwei der Schwerpunkte des realistischen Szenarios. Immer wieder fanden die unter den Einschränkungen ihrer schweren Ausrüstung arbeitenden Kräfte Personen im Haus. Sie führten oder trugen sie heraus in die Helferhände. Zumeist waren das junge Burschen aus dem Dorf, die sich als Komparsen zur Verfügung gestellt hatten. Besondere Schwierigkeit stellte sich ein, als nach dem Szenario ein Atemschutzträger im Gebäude mit angenommenen gesundheitlichen Problemen vermisst wurde.

Das Gerät

Auch mit dem Feuerwehrhubsteiger und der Feuerwehrleiter simulierten die Einsatzkräfte Rettungsaktionen und Brandbekämpfung aus höheren Stockwerken. Aus Bach und Hydrant pumpten die Wehrleute Löschwasser und verlegten Schlauchleitungen für die vermeintliche Brandbekämpfung. Nach einer guten Stunde war der Einsatz vorbei, die Übungsaufgaben sämtlich gelöst, die Übungskomparsen nach wie vor bei bester Gesundheit. Den vielen Zuschauern hatten die Einsatzkräfte an den hell ausgeleuchteten Einsatzstellen ein breites Spektrum ihres Aufgabengebietes geboten.

Die Abschlussbesprechung

Während sich die Mannschaften bereits in der Feuerwehrhalle stärkten, rief Kreisbrandinspektor Georg König Kommandanten, Abschnitts- und Gruppenleiter zu einer Nachbesprechung zusammen. Von der Feuerwehr Marquartstein hatte sich Kommandant Thomas Mayr, aus der Grassauer Wehr der stellvertretende Kommandant Peter Hornberger als Schiedsrichter zur Verfügung gestellt.

Das Ergebnis

Die drei bescheinigten, dass die Übung „supergut“ gelaufen sei. Hornberger bestätigte für seinen Bereich, dass gerade die Rettungsszenarien innerhalb des Gebäudes und rund um den Atemschutz besonders anspruchsvoll gewesen seien. Die Übung in dem verwinkelten und verzweigten Gebäudeteilen hatte sich angeboten, weil das Objekt derzeit leer steht und verschiedene Bereiche so zugänglich gemacht werden konnten.
Trotzdem hatten die drei Schiedsrichter eine Fülle an Tipps, Korrekturen und Verbesserungsvorschlägen, die zeigten, wie förderlich solche Großübungen sind. Die Themen reichten vom Funkverkehr, über die Einsatzüberwachung und -planung bis hin zur Nachsuche im verrauchten Gebäude. Dabei zeigte sich Hornberger überrascht, dass ihm als Schiedsrichter offensichtlich wird, was ihm in der Anspannung des eigenen Einsatzes verborgen geblieben wäre. Weiterer Sinn der Übung war, den Nachwuchs an Einsatzszenarien heran zu führen, ohne sie Gefahren auszusetzen.

Gemeindemeinung

Zufrieden zeigte sich Zuschauer Ludwig Entfellner. Der Unterwössner Bürgermeister hatte sich bei der Übung einen Überblick über die Leistungsfähigkeit der Wehren verschafft. Er drückte in seinem Wort an die Feuerwehrkräfte seine Anerkennung aus. Dankbar unterstrich er die Bedeutung ihres Einsatzes für die Allgemeinheit.

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Dauerregen bringt Hochwasser nach Unterwössen, Chiemgau

31. Jul. 2014 15:53

Unterwössen. Ergiebiger Dauerregen verwandelte in Unter- und Oberwössen am 31. Juli 2014 die Gewässer in reißende Ströme. Bäche flossen aus den Bergen, die es zuvor nicht einmal als Rinnsal gab. Die Feuerwehren in Oberwössen und Unterwössen waren mit jeweils gut 15 Wehrleuten im Einsatz. Sie hatten die Situation allzeit im Griff. Für den Nachmittag wurde allgemein trockenes Wetter und damit eine Entspannung der Situation erwartet.

Wetterwarnung

Nach Regen an den Vortagen waren Wiesen und Wälder im Achental längst feucht, als der Deutsche Wetterdienst nach stark Regenwarnungen zuvor am Mittwochmittag vor Dauerregen mit Niederschlagsmengen von 30 bis 45 Litern/Quadratmetern warnte, der letztlich bis Donnerstagmittag anhalten sollte. So kam es und entsprechend stiegen die Gewässer über den Mittwoch und die Nacht kontinuierlich an. Die Feuerwehren unternahmen Kontrollfahrten und gestern, Donnerstag, gegen 8 Uhr in Oberwössen und kurz vor 9 Uhr in Unterwössen setzten sie den Alarm ab.

Moosbach überschwemmt, Camper leiden

In Oberwössen drängte am Vormittag der zusätzlich vom Schlierbach und Rossstallgraben gefütterte Moosbach mit Mühe unter der Brücke an der Taubenseestraße und bildete im weiteren Verlauf Seen in den angrenzenden Wiesen. In Brem wurden die niederen Teile des Campingplatzes Litzelau vom aus den Bergen fließenden Wasser mehrere Zentimeter hoch überflutet. Die Feuerwehr pumpte an verschiedenen Stellen in Oberwössen rechtzeitig Keller aus, größere Schäden zu verhindern.

Hochwasserausleitungsbauwerk hilft

Die in das Dorf Unterwössen über den Wössner Bach drängenden Wassermassen stauten sich am Vormittag am Streichwehr des Hochwasserausleitungsbauwerkes am Mühlwiesenweg/Fehlbachweg. Das Stauwasser überflutete den Süllbord und große Wassermengen flossen in Richtung Flugplatz ab. Dort wuchsen bis Mittag die Seen im nördlichen Teil um die Flugplatzwinde. Die Wiesen im Unterwössner Norden wurden überflutet. Die Bundesstraße B305 wurde punktuell überflutet, teils in den niederen Lagen, teils weil einfach Hangwasser Laub und Gesträuch mitriss, und die Straßengullis verstopfte. Die Feuerwehr hatte ein waches Auge darauf und arbeitete die Kanalgitter immer wieder frei.

Sorge um Holzlagerplatz

Sorgen machte der Unterwössner Feuerwehr, dass kurz vor Mittag der Wössner See kräftig überlief. Das Wasser begann, einen tiefer gelegenen Holzlagerplatz des dortigen Sägewerkes zu überfluten. Auch hier griff die Feuerwehr rechtzeitig mit Sicherungsmaßnahmen ein.

Situation im Griff

Unserer Rücksprache mit den Feuerwehrkomandaten in Oberwössen Walter Bauer und Stefan Wimmer in Unterwössen zeigte, dass die Wehleute die Situation überall im Griff behielten. Gegen Mittag hob der Deutsche Wetterdienst seine Warnung auf. Der Himmel wurde lichter und das Regenradar zeigte abziehenden oder sich auflösenden Regen.

Zweiter Bürgermeister Irlinger mahnt

Im Gespräch mit unserer Zeitung lenkte der zweite Bürgermeister Barthl Irlinger dem Blick darauf, die Hochwasserschutzmaßnahmen in Oberwössen nicht zu vernachlässigen. Wäre das Wasser 30 cm weiter gestiegen, wäre die Wohnbebauung erfasst worden. Einen ersten Schritt zur Entspannung der Situation sind Irlinger darin, das Bachbett des Moosbaches vom Überwuchs zu befreien.

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