Wössner Wasserkraft am Wössner Bach

11.09.2014 10:51
Mühlen, Schmiede, Sägewerke
Wanderung mit Ortsheimatpfleger Anton Greimel

Unterwössen. Gut zehn Neugierige, Jung und Alt, folgten dem Unterwössner Ortsheimatpfleger Anton Greimel auf seiner Wanderung durch die Industriegeschichte Unterwössens. „Wössner Wasserkraft am Wössner Bach - Mühlen, Schmiede, Sägewerke“ nannte er das Thema.

Wasserkraft und Hochwasser im Zentrum

Im ersten Teil der Wanderung zeigte Greimel im Ortszentrum Unterwössens auf, wie Wasserkraft und Hochwasser das Ortsbild über die Jahre verändert hatte. Greimel überraschte mit dem Wissen, dass Teile des alten Wössner Bach noch unter den Füßen der Wanderer in Richtung Friedhof abflossen, um dort in einer Sickergrube zu verschwinden. Der Ortsheimatpfleger erzählte von der wechselvollen Geschichte der alten Schmiede und anderer Handwerksbetriebe im Dorfzentrum.

Industrie unter dem Daxenberg

Im Unterwössner Süden, im zweiten Teil der Wanderung erreichten die Teilnehmer die vom Mühlbach gespeiste Garbmühle. Die ehemalige Gerbermühle trägt heute mit einem Kraftwerk zur Stromversorgung bei. Früher brachte das Wasser die mechanische Kraft in diese Mühle, mit der die späteren Leder weich und geschmeidig geklopft wurden. Am unmittelbaren Fuße des Gefälles des Wössner Baches von Oberwössen hinunter hatte sich im Neuschmied ein ganzes Industriegebiet gebildet. Greimel erzählte von den lebendigen Entwicklungen, wie Wechsel in der Wirtschaftswelt und in der Nachfrage der Kunden Unternehmen kommen und gehen ließen. Noch heute betreibt die Familie Ager dort erfolgreich ihr Sägewerk.

Alte Säge läuft

Am Bach unter dem Daxenberg hatten sich weiter aufwärts verschiedene Mühlen, darunter Loden- und Walkmühle aber auch eine Schnupftabakmühle angesiedelt. Sie erlebten dort teilweise glänzende Zeiten,
indem sie sich das starke Gefälle des Wössner Baches und seine Wasserkraft zunutze machten. Höhepunkt der Wanderung war, als Anton Götschl das alte Sägegatter seiner Säge oberhalb des Ortsteils Stücklschneid anwarf. Das brachte dem staunenden Publikum den Eindruck, wie und unter welchen Bedingungen dort seit alters her gearbeitet wurde.